DeutschEnglishISDP Interregionale Schule für EntwicklungspraktikerInnen

Berufsbild

Berufsbild Entwicklungspraktikerin - Entwicklungspraktiker

Es gibt viele Lösungen! Wenn Du diese finden, verknüpfen und den Menschen vermitteln willst, dann ist EntwicklungspraktikerIn Deine Berufung!

Entwicklungspraktiker*innen finden schöpferische Kräfte, die Grundlagen des Lebens und können Menschen für die Zukunft motivieren; sie mit Gleichgesinnten zusammenbringen und so neue Ressourcen erschliessen.

Entwicklungspraktiker*innen sind Macher*innen, Überblickende mit Wissen, was zukunftsfähige Gemeinwesen brauchen; Menschen mit einem Tiefenwissen in der Entwicklung von Freiheit, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit.

Entwicklungspraxis basiert auf dem Verständnis, dass zwischen Wachstum und Entwicklung unterscheiden werden muss und letzteres gewollt werden muss und aktiv gestaltet werden kann.

Entwicklungspraktiker*innen ist ein neuer, praxisorientierter Beruf (eine Neuauflage der Gemeinwesenbildung) ausgerichtet auf Zukunftsfähigkeit und ergänzt durch Menschenbildung und individuelle Entwicklung.

Zum Beruf:

Entwicklungspraxis ist ein praktischer und nicht ein akademischer Beruf.

Entwicklungspraktiker*innen sind mit allen Bereichen eines Gemeinwesens vertraut und wissen – als Generalisten*innen – welche Massnahmen zu ergreifen sind. Individuelle Lebenserfahrung definiert Schwerpunktthemen.

Entwicklungspraktiker*innen sind ist in erster Linie ProzessbegleiterInnen in der Gestaltung von Lebenswelten. Sie sind also in erster Linie Experten*innen im Initiieren und Begleiten von menschen- und zeitgemässen Entwicklungsprozessen. Als solche arbeiten sie mit einer Vielfalt an Methoden.

Die Aufgabe der/des Entwicklungspraktikers*in besteht darin einer Gemeinschaft zu begleiten ihre Autonomie und Resilienz als gesunder Teil einer Bioregion zu entwickeln und aufzubauen. Dafür eingeschlagene Wege können so vielfältig sein, wie die Gemeinschaften selber.

Der Entwicklungspraxis jedoch liegt ein universelles Menschenbild sowie Lebens- und Gemeinschaftsverständnis zugrunde, welches in den jeweiligen Prozessen vermittelt wird.

Entwicklungspraktiker*innen zielen auf Interventionen ab, welche die Mitglieder einer Gemeinschaft besser in die Lage versetzen, sowohl ihr eigenes Leben als auch das ihrer Gemeinschaft selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten (nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe).

Kompetenzen

Entwicklungspraxis ist eine sensible Kunst. Es geht darum, Entwicklungsprozesse für eine Gemeinschaft und auch für individuelle Selbstentwicklung anzuleiten um aus Betroffenen Beteiligte zu machen und sie in die Lage zu versetzen zukünftige Entwicklungsprozesse selber zu gestalten.

Das Kapital von Entwicklungspraktiker*innen sind eigene Erkenntnisse, eine gesunde Einschätzung des eigenen Könnens und ein grosses Netzwerk.

Entwicklungspraxis erfordert eine wache und differenziert Beobachtungsgabe um Situationen wahrzunehmen, deuten und hinterfragen zu können und eine disziplinierte Flexibilität, welche auf die Parameter von Entwicklungsprozessen adäquat reagieren und wenn nötig konstruktiv, situativ steuern kann.

Entwicklungspraxis erfordert eine hohe Form des Bewusstseins, denn es geht um die Erkenntnis verborgener Kräfte, die Ausgewogenheit von Interventionen im Gemeinschaftsleben und um die Achtung der Integrität und die Freiheit aller Beteiligten.

Die Macht der Entwicklungspraktiker*innen ist gross, mit viel Spielraum für die Projektion eigenes Unbewussten in Entwicklungsprozesse. Darum ist die Bereitschaft zur Selbstreflexion unabdingbar! Dafür bieten Selbstentwicklungsprozesse – auf Grundlage der Biographiearbeit – das zentrale Element in der Ausbildung zur/zum Entwicklungspraktier*in. Denn die eigene Individualität und das Verstehen der im Menschen schlummernden Kräfte sind das Fundament auf das Methodenvielfalt, Einfallsreichtum und Erfahrungen zum stehen kommen.